Warum Phytoöstrogene nicht immer helfen: Die wahren Ursachen hormoneller Beschwerden
- 28. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. Juli
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Viele Frauen greifen bei PMS, Östrogendominanz, Wechseljahresbeschwerden, oder anderen hormonellen Sörungen zu pflanzlichen Präparaten wie Soja, Rotklee oder Salbei. Sie gelten als natürliche Alternative zur Hormontherapie und können bei einigen Frauen Beschwerden lindern.
Doch stellt sich eine wichtige Frage:
Behandeln Phytoöstrogene tatsächlich die Ursache hormoneller Beschwerden – oder lindern sie lediglich die Symptome?
Was sind Phytoöstrogene?
Phytoöstrogene sind natürliche Pflanzenstoffe, die unter anderem in Soja, Rotklee, Frauenmantel, Schafgarbe, Lavendel, Himbeerblättern oder Salbei vorkommen. Aufgrund ihrer chemischen Struktur können sie an Östrogenrezeptoren im Körper binden und dadurch hormonähnliche Wirkungen entfalten.
Deshalb werden sie seit vielen Jahren bei PMS, Zyklusbeschwerden oder Wechseljahresbeschwerden eingesetzt.
Wie wirken Phytoöstrogene?
Phytoöstrogene können die Östrogenrezeptoren besetzen und dadurch hormonelle Beschwerden vorübergehend lindern.
Genau hier liegt jedoch das eigentliche Problem: Die Beschwerden können zwar zunächst nachlassen, die zugrunde liegende hormonelle Dysbalance bleibt jedoch bestehen.
Meine Erfahrung aus der Praxis
In meiner Praxis beobachte ich immer wieder, dass Frauen nach einer anfänglichen Besserung erneut Beschwerden entwickeln oder sich die Symptome langfristig sogar verstärken.
Der Grund dafür ist, dass hormonelle Beschwerden nach meiner Erfahrung nur selten auf ein isoliertes Östrogenproblem zurückzuführen sind.
Viel häufiger finde ich tieferliegende Regulationsstörungen, beispielsweise:
Störungen des Stoffwechsels und mitochondriale Funktionsstörungen
Dysregulationen des Nervensystems sowie persistierende frühkindliche Reflexe
chronischen Stress beziehungsweise einen dauerhaft aktivierten Stressstoffwechsel
Nebennierenschwäche
Traumata
Makro- und Mikronährstoffmängel
epigenetische Störungen
Störungen im Zink-Kupfer-Haushalt
Schilddrüsenfunktionsstörungen
chronische Entzündungen
eine eingeschränkte hormonelle Regulation
Solange diese Ursachen bestehen bleiben, kann sich das Hormonsystem nach meiner Erfahrung nicht dauerhaft regulieren.
Warum sich unsere heutige Situation von früher unterscheidet
Nach meiner Erfahrung haben sich unsere Umwelt- und Lebensbedingungen in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert.
Viele Menschen leben heute unter dauerhaftem Stress. Das Nervensystem befindet sich häufig in einer dauerhaften Alarmbereitschaft. Gleichzeitig sind wir einer Vielzahl hormonell wirksamer Umweltstoffe – sogenannter Xenoöstrogene – ausgesetzt.
Auch chronische Entzündungen, Stoffwechselstörungen und erhöhte Toxinbelastung aus der Umwelt haben deutlich mehr zugenommen als noch vor einigen Generationen.
Deshalb bin ich der Auffassung, dass Phytoöstrogene unter den heutigen Lebensbedingungen nicht zwangsläufig dieselbe Wirkung entfalten wie möglicherweise noch vor hundert oder zweihundert Jahren.
Warum ein Östrogenmangel und eine Östrogendominanz gleichzeitig bestehen können
Ein Punkt, den ich in meiner Praxis immer wieder beobachte, ist, dass Frauen gleichzeitig Zeichen eines Östrogenmangels und einer Östrogendominanz zeigen können. Genau deshalb reicht es meiner Erfahrung nach nicht aus, hormonelle Beschwerden allein mit Phytoöstrogenen zu behandeln.
Der Grund dafür ist, dass Hormone nicht ausschließlich über Blut- oder Speichelwerte oder Haarmineralanalyse alleine beurteilt werden sollten. Entzündungsprozesse, Stoffwechselstörungen sowie die Verteilung und Speicherung von Hormonen – beispielsweise im Fettgewebe – spielen dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. Fettgewebe ist kein passiver Speicher, sondern ein hormonell aktives Organ. Es kann selbst zur Bildung und lokalen Verstoffwechselung von Östrogenen beitragen, vor allem durch das Enzym Aromatase.
Deshalb bewerte ich Laborwerte stets im Zusammenhang mit den Beschwerden und der gesamten Stoffwechselsituation.
Mein Fazit
Ich sehe Phytoöstrogene nicht als Ursachenbehandlung.
Sie können nach meiner Erfahrung Beschwerden vorübergehend lindern. Die eigentlichen Ursachen hormoneller Dysbalancen bleiben jedoch häufig bestehen.
Deshalb steht in meiner Praxis nicht die Behandlung einzelner Symptome im Vordergrund, sondern die Ursachenforschung. Denn erst wenn die individuellen Zusammenhänge erkannt und gezielt behandelt werden, kann sich das Hormonsystem nach meiner Erfahrung langfristig wieder regulieren.
Vereinbaren Sie bei Interesse an meiner Therapie gerne ein kostenfreies und unverbindliches telefonisches Kennenlerngespräch über die Patientenanfrage.



