Störungen im Mitochondrienstoffwechsel (Pyrrolstörungen) - KPU/HPU



In meinem Praxisalltag kommt es immer wieder vor, dass sich Patienten mit einem breitgefächerten Beschwerdebild unterschiedlicher Symptomatik und Ausprägung an mich wenden. Diese haben oftmals bereits eine Odyssee bei verschiedensten Fachärzten hinter sich, ohne dass sie sich ausreichend verstanden, untersucht und therapiert fühlten. Die häufig wechselnden Symptomkomplexe passen oft nicht in das klassische Diagnosebild der niedergelassenen Ärzte und werden immer wieder als psychosomatisch abgetan. Hierbei könnte es sich um eine Dysfunktion der Mitochondrien handeln, welche immerhin 10 % der Weltbevölkerung betrifft.


Was ist eine KPU/HPU

KPU, auch Kryptopyrrolurie genannt, ist eine häufige, aber oft verkannte Störung des Mitochondrienstoffwechsels, die seit 1968 bekannt und zwischenzeitlich auch gut erforscht ist. Im Jahre 2000 hat ein niederländischer Biologe Dr. Kamseeg eine weitere ähnliche Pyrrolurie beschrieben - die sogenannte Hämopyrrollaktamurie (HPU).


Beide Stoffwechselstörungen können inzwischen durch spezielle Urintestungen diagnostiziert werden. Bei KPU und HPU kommt es in der Regel zu einem kombinierten Mikronährstoffdefizit an Zink, Mangan, Vitamin B6 und Chrom. Der Vitamin- und Mineralstoffmangel kann nicht durch den Verzehr von Lebensmitteln, die reich an Vitamin B6, Zink und Mangan sind, ausgeglichen werden, da der Mangel im Körper zu groß ist. Diese Stoffwechselstörungen haben einen Defekt des Hämstoffwechsels der inneren Mitochondrienmembran gemeinsam, welcher mit kontinuierlichen Vitalstoffverlusten über Urin einhergeht und Einschränkungen der körperlichen Entgiftungsfähigkeit (verminderte Bildung von Metallothionein MT) nach sich ziehen kann. Bleiben diese unentdeckt und wird der Mikronährstoffverlust nicht ausgeglichen, können sich daraus über die Jahre hinweg vielfältige Symptome in den Breichen der Psyche, des Stoffwechsels, der Hormone sowie des Immunsystems entwickeln und sich später zu ernsthaften Krankheiten manifestieren.


Unterschieden wird zwischen einer angeborenen und erworbenen KPU/HPU Form. Neben epigenetischen Ursachen (z.B. familiär gehäufte und weitervererbte Mitochondrienstörungen) können auch erhöhte Schwermetallexpositionen sowie HWS-Traumata oder eine instabile Halswirbelsäule ein Grund hierfür sein.

Mögliche Symptome der KPU/HPU

Die Stoffwechselstörungen KPU/HPU können diverse Symptome verursachen. Im folgenden sind mögliche Beschwerden aufgeführt und bieten eine Orientierung, ob Diesen unter Umständen eine KPU/HPU zugrunde liegen könnte:

  • Müdigkeit und Erschöpfung

  • Morgenübelkeit, auch in der Schwangerschaft

  • Ein- und/oder Durchschlafprobleme

  • Menstruationsbeschwerden

  • hormonelle Störungen

  • Neigung zu Übergewicht

  • Haarausfall

  • Neigung zu Dehnungsstreifen

  • weiße Flecken auf den Nägeln

  • Schilddrüsenstörung

  • familiäre Häufung aus dem Bereich Depressionen, Schizophrenie, Angststörungen

  • Nahrungsunverträglichkeiten, Glutensensitivität, Laktoseintoleranz

  • neurologische Symptome

  • Migräne

  • Tinnitus, Ohrgeräusche

  • Reizdarm/Reizmagensyndrom

  • ADHS/ADS

  • Arthrose und/oder Osteoporose

  • nierdriger Blutddruck

  • Neigung zu Allergien und/oder Asthma

  • Augenringe trotz ausreichenden Schlafes

  • Fehlgeburten / Frühgeburten

  • chronische Schmerzen im gesamten Körper

  • schlechte Konzentrationsfähigkeit

  • Stimmungsschwankungen

  • Schlechtes Immunsystem

  • Akne

  • Autoimmunerkrankungen wie z.B. Hashimoto-Thyreoiditis,Multiple Sclerose, Colitis ulcerosa

Wie behandle ich eine KPU/HPU


Jede Behandlung beginnt mit einer umfangreichen Anamnese, welche mir unter anderem wertvolle Erkenntisse über mögliche Störungen im Stoffwechsel, Hormonhaushalt der Epigenetik sowie des Nervensystems und der Psyche liefert.


Im Falle einer KPU/HPU erfolgt eine zusätzliche Diagnostik mittels Blut- und Urinuntersuchungen. Als Hauptwerkzeug dient mir neben diesen Untersuchungen die Haarmineralanalyse von Verisana, welche Defizite bzw. Überschüsse im Stoffwechsel/Hormonhaushalt sichtbar macht und mir erste Hinweise auf einen Mineralstoffmangel/-überschuss oder eine mögliche Belastung mit Schwermetallen liefert.


So kann ich für bestimmte Mikronährstoffe und Vitamine (B6 und Zink, event. B1) bei KPU/HPU und epigenetischen Störungen im Zink/Kupfer- bzw. Metallhaushalt den tatsächlichen Bedarf ermitteln und entsprechend höhere Dosierungen verordnen.



Die 6 Therapiephasen


Dieser besondere Fokus auf bestimmte Vitalstoffe ist ein Teil meiner 6 Therapiephasen der natürlichen Hormonregulation, bestehend aus:


  1. Entlastung (durch eine Ernährungsumstellung und Weglassen von Dingen wie z.B. Gluten, Milchprodukte, Zucker, Sojaprodukte)

  2. Ernährung (ausgewogen mit individuell auf die Bedürfnisse des Körpers angepassten Makro- und Mikronährstoffen)

  3. Nahrungsergänzung (Durch gezielte Nahrungsergänzungsmittel müssen die Zellen weiter dabei unterstützt werden, Energie herzustellen und Defizite auszugleichen)

  4. Selbstregulation (Anwendung geeigneter Mittel, dass der Körper nicht mehr auf bestimmte Stressoren mit Symtomen der Unverträglichkeit reagiert)

  5. Stabilisierungsphase (mit dem Ziel, die bereits erzielten Ergebnisse und Erfolge zu festigen, ohne mit weiteren therapeutischen Maßnahmen eingreifen zu müssen)

  6. Erhaltungsphase (Gesunde Ernährung, eine Grundversorgung mit Nahrungsergänzungsmitteln sowie ein guter Lebenswandel sorgen dafür, dass der Patient seine Energie zukünftig fortlaufend erneuert und schont)


Mit diesem ganzheitlichen Ansatz kann KPU/HPU gut ursächlich behandelt werden.

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