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Vitamin B6 – die Königin unter den B-Vitaminen


Vitamin B6, wichtig für das Nerven-, Hormon- und Immunsystem sowie den Eiweißstoffwechsel


Vitamin B6, wichtig für das Nerven-, Hormon- und Immunsystem sowie den Eiweißstoffwechsel



Vitamin B6 ist als Co-Enzym Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) an über 100 enzymatischen Vorgängen im gesamten Stoffwechsel beteiligt und ist somit von essenzieller Bedeutung für unsere Gesundheit.


Vitamin B6 managt den Eiweißstoffwechsel, ohne welchen unser Aminosäurestoffwechsel zusammenbrechen würde. Weiterhin spielt es eine entscheidende Rolle in anderen verschiedenen Stoffwechselprozessen, einschließlich des Fettstoffwechsels in der Leber und der Aufrechterhaltung eines gesunden Kohlenhydratstoffwechsels. Das Vitamin ermöglicht einen Auf- und Umbau von Eiweißen in unserem Körper.


Unsere Abwehrkräfte, die Produktion von Neurotransmittern und Methylierungsprozesse sind von einer guten B6-Versorgung abhängig. Ohne Vitamin B6 sind der reibungslose Aufbau von Proteinen und die Produktion von Nervenbotenstoffen wie Serotonin, welches für Ruhe und Ausgeglichenheit steht, nicht möglich.


Gemeinsam mit Folsäure, Vitamin B12 und Biotin übernimmt Vitamin B6 eine wichtige Aufgabe: Die Entgiftung der gefäßtoxischen Aminosäure Homocystein und sorgt somit für einen gesunden Homocysteinspiegel.


Auch ein starkes Immunsystem ist auf Vitamin B6 angewiesen, da ohne dieses Vitamin der Hauptsitz unserer Immunabwehr, die Thymusdrüse, schrumpft. Dieser Prozess hat zur Folge, dass das für die Produktion von Killerzellen und Antikörpern benötigte Eiweiß nicht ausreichend nachgeliefert werden kann.


Die bioaktive P5P Form hat darüber hinaus eine modulierende Wirkung auf die Steroidhormone und beeinflusst somit das Hormonsystem positiv - vor allem Östrogen, Progesteron und Testosteron.



Vitamin B6 in unserer Nahrung


Die Speicherfähigkeit des Körpers eines Erwachsenen für B6 ist auf 2 bis 6 Wochen begrenzt, so dass unser Körper auf die regelmäßige Zufuhr von außen angewiesen ist.


Gute Vitamin B6 Quellen sind Fleisch, Innereien, Fisch, Vollkornprodukte, Bierhefe, Gemüse und Hülsenfrüchte. Jedoch gehen beim Erhitzen der Lebensmittel bis zu 40 % des Vitamingehalts verloren. Die Aufnahmefähigkeit des menschlichen Körpers von Vitamin B6 scheint aus tierischen Quellen effizienter zu sein als aus pflanzlichen.

Mit steigender Proteinaufnahme aus der Nahrung steigt auch der Bedarf an Vitamin B6 für einen reibungslosen Ablauf der Stoffwechselprozesse. Dieser erhöhte B6-Bedarf ist besonders bei Kraftsportlern zu beobachten.



Wodurch entsteht ein B6 Mangel?


  • Einseitige Ernährung, radikale Diäten, Essstörungen wie Magersucht und Bulimie

  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, z.B. Leaky Gut 

  • Alkoholabhängige, Schwangere sowie Menschen mit Lebererkrankungen und Autoimmunerkrankungen neigen vermehrt dazu, einen Vitamin B6 Mangel zu entwickeln

  • Bei Stoffwechselstörungen wie HPU/KPU kommt es unter Stress zur vermehrten Bildung von Pyrrolen, welche gebunden in Komplexen aus Zink, B6, Mangan und Chrom über den Urin ausgeschieden werden und vermehrt zu einem Defizit an diesen Nährstoffen führen.

  • Epigenetische Störungen wie z.B. Methylierungsstörungen (Unter-/Übermethylierung)

  • Erhöhte Ausscheidung von Oxalaten im Urin

  • Diabetiker und Nierenpatienten verlieren B6 vermehrt über den Urin und haben daher einen erhöhen Bedarf

  • Arzneimittel wie orale Kontrazeptiva, Hormon- und Kupferspiralen, Antiepileptika, Levodopa, Asthmamittel, Theophyllin, Tuberkulosemittel und Chemotherapeutika erhöhen den Vitamin B6 Bedarf.



Mögliche Symptome eines B6-Mangels


  • rissige Mundwinkel (Mundwinkelrhagaden), spröde Lippen, Hautausschläge

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

  • Arteriosklerose, Osteoporose

  • Anämie, Leukozytopenie, geschwächte Immunabwehr

  • neurologische und psychiatrische Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie, ADHS / ADS, Autismus, Krämpfe, Karpaltunnelsyndrom

  • sich kaum oder nur wenig an Träume zu erinnern. B6 braucht man zum Träumen. Wer seine Träume verloren hat, sollte einen B6-Mangel abklären.

  • Vitamin B6 ist essenziell, um die kognitiven Funktionen des Frontallappens zu unterstützen. Ein ausgeprägter Mangel an Vitamin B6 kann sich durch erhebliche Gedächtnislücken und die Unfähigkeit, Informationen aus Büchern oder Erläuterungen zu behalten, manifestieren.


Dies sind lediglich einige der Symptome, die auf einen Mangel an Vitamin B6 hinweisen können.



 B6 versus P5P


P5P (aktive B6 Form) ist wichtig vor allem für Menschen mit HPU und Methylierungsstörungen, aber auch für alle, die ihren Zinkhaushalt in Ordnung bringen wollen.


Die Aktivierung von B6 zu P5P im Blut erfordert eine ausreichende Versorgung mit Zink und Vitamin B2. Bei einem Mangel an Zink und Vitamin B2 im Körper kann B6 nicht in seine aktive Form P5P umgewandelt werden. In solchen Fällen kann dann der gemessene B6-Serumspiegel über den Referenzwerten liegen, vor allem wenn inaktives B6 als Pyridoxalhydrochlorid (enthalten in einigen B6-Präparaten) substituiert wird. Dies führt dann bei vielen Ärzten und Therapeuten oft zur falschen Schlussfolgerung, dass der B6-Spiegel "zu hoch" sei. Tatsächlich verhält es sich oft genau umgekehrt: Patienten mit erhöhten B6-Serumspiegeln könnten einen intrazellulären Mangel an der aktiven B6 Form aufweisen.

In solchen Fällen ist es ratsam, bei der Therapie auf P5P zu setzen und zusätzlich nach weiteren Faktoren zu suchen, um den Stoffwechsel in ein Gleichgewicht zu bringen. B6-Mangel tritt selten isoliert auf und daher ist eine umfassende Herangehensweise wichtig.



Vitamin-B6-Mangel behandeln

Es ist entscheidend, während der Therapie ausschließlich die bioaktive B6-Form zu messen. Ich überprüfe aber grundsätzlich die Wirksamkeit der B6 Substitution anhand folgender Parameter im Blut: Der Homocysteinwert, welcher sich auf ein gesundes Maß um 7,0 µmol/l regulieren sollte. Die Größe der roten Blutkörperchen (MCV) sollte idealerweise bei nicht größer als 90 fl liegen. Der Serotoninspiegel sollte ansteigen.


Darüber hinaus geben mir zahlreiche weitere Laborparameter im Blut sowie der Haarmineralanalyse indirekt wertvolle Hinweise, ob die Therapie in die richtige Richtung läuft.

Vitamin B6 und P5P stehen fälschlicherweise im Verdacht, Nervenschäden zu verursachen. Nebenwirkungen, wie z. B. Kribbelgefühle oder zu starke Träume bei einer übermäßigen Einnahme von Vitamin B6 sind äußerst selten und reversibel. Nach der Reduzierung bzw. dem Absetzen der Dosis verschwinden diese wieder. In meiner Praxis kommt dies allerdings sehr selten vor, selbst bei hohen Dosierungen.



Dosierungen von B6 und P5P


Meiner Erfahrung nach variiert der Bedarf an Vitamin B6 und P5P sehr, so dass die Anfangsdosierung bei mir bei 25 mg liegt und in einigen Situationen, wie beispielsweise bei HPU, deutlich die üblichen Einnahmeempfehlungen übersteigt. Je nach Schweregrad der Störung kann der Vitamin B6 Bedarf sogar deutlich über den üblichen Dosierungen liegen, gelegentlich über 300 mg hinaus.



Die Rolle von B6/P5P in meiner Regulatiostherapie


In meinem Praxisalltag begegne ich sehr häufig einem Vitamin B6 Mangel. Daher bildet das B6 Vitamin und seine bioaktive P5P Form einen festen Bestandteil meiner Regulationstherapie. Ohne Vitamin B6 können viele Stoffwechselerkrankungen, hormonelle Dysbalancen sowie psychische Störungen nicht reguliert werden.

Vitamin B6 ist ebenso in den Prozess der Kohlenhydratverwertung und Proteinsynthese involviert und trägt dazu bei, Östrogene aus der Leber zu entgiften, was gerade bei Patienten mit einer Östrogendominanz, Endometriose oder PCOS häufig der Fall ist. Des Weiteren wird Vitamin B6 benötigt, um Zink und Magnesium im Körper richtig verarbeiten zu können und Hormone, Neurotransmitter und das Immunsystem in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen. Auch trägt B6 dazu bei, hohe Kupferwerte zu regulieren und auf ein gesundes Maß zu bringen.

Besonders bei Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille einnehmen, empfehle ich den B-Vitamin-Spiegel zu überwachen.


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