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Magnesium - Das Energiemineral

Aktualisiert: 29. Nov. 2023


Magnesium, das Energiemineral

Magnesium ist den meisten von uns für seine entspannende Wirkung auf die Muskulatur bekannt, doch nur wenige wissen, dass es bei weitem noch viel mehr kann. Als Cofaktor von mehr als 600 Enzymen spielt Magnesium eine zentrale Rolle im gesamten Stoffwechsel. So ist es insbesondere an der Energieproduktion, welche in unseren Zellkraftwerken, den Mitochondrien, abläuft, an der Nervenfunktion sowie an der Muskelkontraktion maßgeblich beteiligt.



Magnesium in unserer Nahrung


Magnesium nehmen wir hauptsächlich über pflanzliche Nahrung zu uns auf. Gute Magnesiumlieferanten sind vor allem Vollkorn und Milchprodukte, Geflügel, Leber, Kartoffel, Nüsse, Hülsenfrüchte, Bananen und grüne Gemüsesorten.


Die Bioverfügbarkeit von Magnesium aus Lebensmitteln schwankt allerdings sehr stark, sodass nicht alles Magnesium, welches wir mit der Nahrung zu uns aufnehmen, auch im Darm resorbiert wird. Gerade Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Magnesium, wie z. B. Vollkornprodukte enthalten Phytinsäure, welche die Magnesiumaufnahme im Darm verhindert. Aber auch durch die Ballaststoffe in pflanzlichen Lebensmitteln wird die Bioverfügbarkeit negativ beeinträchtigt.


Trotz der vielfältigen Auswahl an Lebensmitteln, die Magnesium enthalten, ist ein Magnesiummangel bei uns weit verbreitet und zieht sich durch alle Altersgruppen. Besonders häufig betroffen sind Jugendliche, Schwangere, Stressgeplagte, chronisch Kranke und ältere Menschen. Bei einer groß angelegten Studie aus Frankreich ließ sich zeigen, dass 60 % der Männer und 80 % der Frauen noch nicht einmal den täglichen Minimalbedarf an Magnesium durch die Nahrung decken konnten.


Wodurch entsteht ein Magnesiummangel?

  • Häufiger Alkohol-, aber auch Kaffee- oder Schwarzteekonsum, da diese Genussmittel eine vermehrte Ausscheidung von wasserlöslichen Mikronährstoffen wie Magnesium über die Niere fördern.


  • Ausgelaugte und nährstoffarme Böden, sodass Magnesium nur noch in geringere Menge als noch vor 100 Jahren in unserer Nahrung enthalten ist.


  • Magen-Darm-Erkrankungen, verbunden mit häufigen Durchfällen.


  • Diabetes mellitus, da Diabetiker vermehrt Magnesium als Folge einer gestörten Nierenfunktion und erhöhter Zucker-Wasserausscheidung über den Urin verlieren.


  • Durch ständige Beanspruchung der Nebennieren, stressigen Lifestyle, überbeanspruchtes Nervensystem, Traumata etc. wird viel Magnesium verbraucht und ausgeschieden.


  • Verschiedene Medikamente wie Antibabypille, Diuretika, Cortison und einige Herzmedikamente, Missbrauch von Abführmitteln.


  • Ausdauersport, da über Schweiß und Urin vermehrt Magnesium verloren geht.



Positive Wirkung von Magnesium auf unsere Gesundheit

  • Magnesium wirkt sich positiv auf die Lungenfunktion und Atemsymptomatik aus. Es beeinflusst physiologische Prozesse, die die Entstehung von Asthma vorbeugen oder asthmatische Beschwerden lindern. Magnesium wirkt entspannend auf die Bronchialmuskulatur und verhindert somit die Verengung der Atemwege


  • Magnesium wirkt beruhigend auf das Nervensystem und wird bei leichter Erregbarkeit, geringer Stressresistenz sowie Konzentrationsstörungen eingesetzt. In Kombination mit B6 und Zink kann er die ADHS-Symptomatik bei Kindern deutlich reduzieren. Die abendliche Einnahme von Magnesiumbisglycinat kann auf gesunden Schlaf unterstützen wirken. Magnesiummangel kann Ein- und Durchschlafstörungen zur Folge haben.


  • Magnesium fördert die Umwandlung des Speicher-Schilddrüsenhormons T4 in aktives T3. Außerdem beeinflusst Magnesium die Ausschüttung des inaktiven T4. Ein guter T4 Wert hat wiederum Einfluss auf den Magnesiumspiegel.


  • Bei verschiedenen Schwangerschaftskomplikationen ist eine Magnesiumsubstitution sehr hilfreich. Magnesium wirkt vorbeugend gegen Frühgeburten, verringert das Risiko eines Bluthochdrucks in der Schwangerschaft und hilft auch bei Übelkeit und Schwangerschaftserbrechen.


  • Magnesium aktiviert eine Vielzahl von Enzymen, unter anderem das Sonnenvitamin D zum aktiven Hormon und ist somit wichtig für starke Knochen.


  • Magnesium stabilisiert die Nerven- und Muskelfunktion und wirkt beruhigend und regulierend auf das Herz-Kreislauf-System. Es stärkt das Herz und ist der Herzschrittmacher unter den Mikronährstoffen. Zudem werden die Fließeigenschaften des Blutes verbessert, Magnesium wirkt gefäßerweiternd und kann erhöhte Blutfette senken. Bei regelmäßiger Einnahme trägt es zu einer Stabilisierung des Blutdrucks bei. Bei Herzinsuffizienz und Herzmuskelstörungen eignet sich Magnesiumorotat als Supplement am besten.


  • Magnesium kann die typischen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms (PMS) deutlich lindern. Außerdem wirkt es schmerzlindernd und krampflösend bei Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhö).


  • Magnesium wirkt muskelentspannend und kann Waden-Muskelkrämpfe und Muskelzuckungen verhindern.


  • Magnesium ist wichtig für die Verwertung von Kohlenhydraten und verbessert die Einstellung des Blutzuckerspiegels, gerade bei Diabetikern oder Frauen mit PCO Syndrom. Zusätzlich erhöht es die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse und verringert die Insulinresistenz der Zellen.



Magnesium Tagesbedarf


Studien zufolge sollten Jugendliche und Erwachsene 300 bis 350 mg, Schwangere und Stillende sogar 390 mg Magnesium täglich aufnehmen. Im internationalen Vergleich sind diese Empfehlungen in Deutschland noch relativ niedrig angesetzt. Um den Stoffwechsel und die Kohlenhydratverträglichkeit regulieren zu können, braucht man meiner Erfahrung nach allerdings Dosierungen bis zu maximal 1.200 mg täglich, während eine Dosis nicht mehr als 300 mg elementares Magnesium auf einmal betragen sollte (Durchfallgrenze beachten).


Magnesium ist auch in höheren Dosierungen völlig unbedenklich, es sei denn, es liegt eine Herz-Niereninsuffizienz vor. Ab 2.500 mg täglich wurden bei gesunden Menschen allenfalls Muskelschwäche und Kreislaufbeschwerden beobachtet.


Die Depots werden bei Magnesiummangel oft nur sehr langsam aufgefüllt, da die Ausschüttung von Stresshormonen (Kortisol, Adrenalin) zu einem vermehrten Verbrauch und Ausscheiden von Magnesium führt. Am besten lässt sich ein Magnesiummangel durch eine Kombination von transdermaler und oraler Einnahme ausgleichen.


Die transdermale Aufnahme über die Haut ist als zusätzliche, nicht alleinige Versorgung in Form von Badezusätzen oder Magnesiumöl zu betrachten. Dies ist zumindest am Anfang der Behandlung zu empfehlen, da bei vielen ein langsamer Stoffwechsel vorliegt und der Darm die Nährstoffe noch nicht verwerten kann.



Magnesiumformen


Organische Magnesiumverbindungen weisen eine höhere Bioverfügbarkeit auf und werden vom Körper besser aufgenommen als anorganische. Organische Magnesiumverbindungen wie z. B. Magnesiumcitrat,-asparat oder -orotat gehen schneller ins Blut, aber auch schnell wieder heraus, wenn das Blut mit zu viel Magnesium auf einmal gesättigt wird.

Für die kontinuierliche Magnesiumaufnahme eignet sich das anorganische Magnesiumoxid (enthält 80 % elementares Magnesium) dagegen besser, da es langsamer aufgenommen wird, sodass die Depots besser aufgefüllt werden können. Diese langsame Aufnahme führt meist zu einer besseren, langfristigen Magnesiumsättigung des Körpers.

Während Magnesiumoxid viel Magnesium liefert, aber nur bei einem sauren pH-Wert (durch Magensäure) bioverfügbar ist, enthalten organische Magnesiumformen zwar wenig Magnesium, diese sind aber auch bei basischen pH-Werten, sprich bei weniger Magensäure, für den Körper noch gut verwertbar.


Da viele meiner Patienten mit langsamen Stoffwechsel einen Magensäuremangel aufweisen, empfehle ich bei alleiniger Einnahme von Oxid die Einnahme eines HCL-Präparates (Magensäure). Aus diesen oben genannten Tatsachen empfehle ich in meiner Praxis eine Mischung verschiedener Magnesiumarten zu verwenden. Diese wären Magnesiumoxid, Magnesiumbisglycinat oder Magnesium 7.


Magnesium 7 enthält sieben verschiedene Magnesiumverbindungen, wodurch eine ideale Mischung aus unterschiedlich löslichen und magnesiumreichen Verbindungen entsteht. Hierdurch wird eine gute Magnesiumversorgung erzielt – egal welche pH-Wert-Situation im Magen-Darm-Trakt vorherrscht.



Die Rolle von Magnesium in meiner Regulationstherapie


In meiner Regulationstherapie spielt Magnesium eine wichtige Rolle, da es als Hauptgegenspieler von Kalzium agiert und damit an der Regulation des Stoffwechsels beteiligt ist. In der Haarmineralanalyse meiner Patienten findet man bei ca. 90 % erhöhte Kalziumwerte. Interessanterweise weisen auch viele chronisch degenerative Erkrankungen erhöhte Kalziumspiegel in den Körperzellen auf.


Haarmineralanalyse mit Magnesium-Kalzium-Verhältnis
Ausschnitte einer Haarmineralanalyse für einen langsamen Stoffwechsel (links) mit viel Kalzium im Gewebe und einem schnellen Stoffwechsel (rechts) mit wenig Kalzium.

Zu viel Kalzium im Gewebe wirkt verlangsamend auf den Stoffwechsel und hat zur Folge, dass die Produktion von Energie in den Mitochondrien unterbunden wird. Wenn Mitochondrien in Ihrer Leistung beeinträchtigt sind, bilden sie nur noch wenig ATP. Ein Kalziumüberschuss im Gewebe ist daher als ein Hinweis auf eine Mitochondrienstörung zu werten.


Kalzium kann sich wie eine Schale von außen um die Zellen legen und so den Austausch von Nährstoffen zwischen den Zellen und den Zellzwischenräumen negativ beeinflussen.

Intrazelluläre Kalzium-Konzentrationen über dem Normalbereich gehen mit einem erhöhten intrazellulären oxidativen Stress einher und sind wahrscheinlich die Hauptursache für chronisch degenerative Erkrankungen sowie für die Entwicklung mancher Krebs-Arten und den vorzeitigen Zelltod. Geht der Kalziumüberschuss mit einem zusätzlichen Magnesiummangel im Gewebe einher, kann dies zu Arterienverkalkungen, Gallensteinen, Nierensteinen, Augenlinsenverkalkung (Weitsichtigkeit) etc. führen.


Magnesium ist in meiner Therapie das A und O. Meinen Patienten gebe ich daher so viel davon, wie sie vertragen können, um Ihre Behandlung so effektiv wie möglich zu gestalten.


 

Vereinbaren Sie bei Interesse an meiner Therapie gerne ein kostenfreies und unverbindliches telefonisches Kennenlerngespräch über die Patientenanfrage.

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